Die Angst vor Feuerwerken gehört zu den häufigsten Phobien bei Hunden: Untersuchungen an großen Stichproben schätzen, dass zwischen 17 % und über 50 % der Hunde auf Geräusche (Böller, Donner, Schüsse) mit Anzeichen von Empfindlichkeit oder echter Abneigung reagieren, wobei die Tendenz besteht, die Angst von einem Reiz auf den anderen zu übertragen. Daher wundert es nicht, dass in den lautesten Nächten des Jahres, allen voran Silvester, Hunde häufiger verloren gehen, ausreißen oder in Unfälle verwickelt werden: Laut einigen Erhebungen von Hundeverbänden steigt die Zahl vermisster Hunde in den 24 Stunden nach Feuerwerk deutlich an, ein Hinweis darauf, dass die Angst vor Böllern bei Hunden nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Sicherheit der Tiere gefährdet.
Warum haben Hunde Angst vor Feuerwerk?
Hunde können höhere Frequenzen und schwächere Geräusche wahrnehmen als wir. Plötzliche, unvorhersehbare Geräusche ohne „sichtbare Quelle“ werden von ihrem Gehirn als mögliche Bedrohung verarbeitet und lösen eine Alarmreaktion aus. Diese Reaktion kann Zittern, Überanspannung, Lautäußerungen, die Suche nach Verstecken bis hin zu Fluchtverhalten umfassen. Die Sensibilität gegenüber Böllern korreliert zudem mit der Reaktivität auf andere Geräusche wie Donner oder Schüsse, weshalb ein Hund, der Angst vor Böllern hat, oft auch Gewitter fürchtet. Auf physiologischer Ebene triggert die Exposition gegenüber intensiven akustischen Reizen die Stressachse (Hypothalamus-Hypophyse-Nebennieren), was mit einem Anstieg von Hormonen wie Cortisol und Katecholaminen einhergeht. Bei phobischen Tieren ist diese Antwort schneller und intensiver und kann bei wiederholtem Auftreten langfristige Verhaltensschäden hinterlassen.
Die Risiken der Angst vor Feuerwerken bei Hunden
Akuter Lärm-Stress ist unmittelbar: Tachykardie, Hecheln, Unruhe, Kontaktbedürfnis oder Rückzug und Erstarrung. Bei extremer Belastung, typischerweise an Silvester, nehmen Fluchtverhalten mit dem Risiko von Verletzungen, Verkehrsunfällen und vermissten Tieren zu. Wer einen Hund mit diesem Problem hat, wird ihn zweifellos schon beobachtet haben, wie er versucht, sich unter einem Tisch zu verstecken oder sich in enge Räume zu zwängen, die oft deutlich kleiner sind als seine Körpergröße. Wiederholte negative Erfahrungen können dazu führen, dass das Verhalten chronisch wird: Sensibilisierung gegenüber Geräuschen, antizipatorische Angst, Verschlimmerung bestehender Störungen und Beeinträchtigung des Schlafs. Mit vorausschauender Planung lassen sich diese Risiken erheblich reduzieren.
Was tun, wenn der Hund Angst vor Feuerwerk hat?
Der Blick und die Erfahrung des Halters können helfen, besonders wenn die Situation festgefahren ist und der Hund die Symptome schon seit dem Welpenalter zeigt. Obwohl einige Maßnahmen je nach Rasse und Individuum variieren, gibt es bewährte Praktiken, die in vielen Situationen angewendet werden können.
1. Verhaltensmaßnahmen
Das Training mit Aufnahmen von Feuerwerk/Donner bei kontrollierter Lautstärke – progressive Desensibilisierung kombiniert mit Gegenkonditionierung (Belohnungen, Spiel, Entspannung) – gilt als Goldstandard zur Verringerung der Geräuschreaktivität. Es erfordert Wochen, Beständigkeit und professionelle Begleitung (Trainer oder Verhaltenstierarzt), aber die Ergebnisse sind belegt. Ein praktischer Tipp: beginnen Sie frühzeitig vor den Feiertagen, führen Sie kurze Trainingseinheiten durch und bleiben Sie stets unterhalb der Angstschwelle. Treten Stresssignale auf, sofort einen Schritt zurückgehen.
2. Umweltmaßnahmen
Bereiten Sie zu Hause einen sicheren Rückzugsort vor (Decke, offene Hundebox, gedämpftes Licht), der für den Hund bei Bedarf zur Verfügung steht. Halten Sie während des Knallens Fenster und Rollläden geschlossen, setzen Sie eine Geräuschmaskierung ein (White Noise, gleichmäßige Musik) und sorgen Sie für eine vorhersehbare Routine mit ruhigen, geführten Interaktionen. Kennzeichnung (Mikrochip/Halsband) und sichere Spaziergänge sind an Risikotagen entscheidend. Unter den nicht-pharmakologischen Hilfsmitteln können, je nach individueller Empfindlichkeit, Kompressionswesten und beruhigende Pheromone in Form von Diffusoren oder Halsbändern helfen. Die Evidenz zu Westen ist gemischt und insgesamt noch begrenzt, während Pheromone in bestimmten Situationen potenziellen Nutzen zeigen und Teil eines umfassenderen Plans sein sollten. Für die tägliche Unterstützung des Wohlbefindens lohnt sich auch ein Blick auf EU4DOG von Eusphera, entwickelt für die Routine des Hundes: wählen Sie stets Qualitätsprodukte und stimmen Sie sich mit Ihrem Tierarzt ab, um sie passend zum Profil Ihres Vierbeiners einzusetzen.
3. Mittel für den Einsatz bei Angst vor Böllern geben
Neben Pheromonen haben einige natürliche Ergänzungen interessante rationale Grundlagen:
- L-Theanin: Studien deuten auf eine mild-moderate angstlösende Wirkung bei gewitterempfindlichen Hunden hin, mit guter Verträglichkeit. Nützlich als Unterstützung der Verhaltenstherapie
- Kräuter wie Baldrian und Passionsblume werden häufig empfohlen; die klinische Evidenz ist bislang heterogen und geht nicht immer über Placebo hinaus; daher sollten sie mit realistischen Erwartungen und angemessener Kontrolle eingesetzt werden
- Probiotika: die Forschung in Bezug auf die Darm-Hirn-Achse entwickelt sich rasant; neuere Untersuchungen und klinische Studien zu spezifischen Stämmen weisen, stets als Teil eines multimodalen Plans, auf mögliche Vorteile bei Angst, Anpassung und Schlafqualität
Bei schweren Fällen kann der Tierarzt anxiolytische Medikamente verschreiben, die, oft in Kombination mit den oben genannten Strategien, gezielt an kritischen Tagen eingesetzt werden.
CBD und Angst vor Böllern bei Hunden
Wenn die Zeit der Böller naht, fragen sich viele Hundebesitzer, ob CBD hilfreich sein kann. Es kann unterstützend wirken, sollte aber mit Bedacht eingesetzt werden: es ersetzt weder die Verhaltenstrainings noch die Umweltmaßnahmen, und die Ergebnisse können von Hund zu Hund variieren.
Sicherheit, Verabreichung und tierärztliche Empfehlungen
Zur Sicherheit zeigen Studien an Hunden im Allgemeinen eine gute Verträglichkeit bei üblichen Dosierungen, mit gelegentlichen Anstiegen der ALP (Alkalische Phosphatase) und selten relevanten klinischen Anzeichen. Wenn man Produkte auf CBD-Basis bei einem Hund mit Angst vor Böllern ausprobieren möchte, sind die folgenden Aspekte zu beachten:
- Vorher mit dem Tierarzt sprechen (klinisches Profil, laufende Medikamente, ggf. Blutuntersuchungen)
- Mit niedrigen Dosen beginnen, schrittweise steigern und einen klar definierten Testlauf vor den kritischen Tagen planen (nicht am Silvesterabend)
- Verhalten, Schlaf, Appetit, Kot und ggf. Blutwerte überwachen.